Shownotes Folge 5:

 

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Podcast-Folge 5: Einfach mal machen – oder doch lieber planen?

Transkript

 

Herzlichen Willkommen zu «Der kreative Flow – Ein Podcast für Kreativschaffende». Mein Name ist Roberta Bergmann und ich bin freiberufliche Künstlerin, Autorin und Gestalterin.

Ich wünsche mir hiermit, dass Dich mein Podcast zu neuen kreativen Ideen motiviert und Du durch den Podcast herausfindest, was Du im Leben und mit Deiner Kreativität noch machen möchtest, was Du noch erreichen kannst, wenn Dich der kreative Flow packt.

In der heutigen 5. Folge geht es ein bisschen um das «WIE.» Das «Wie anfangen?»

Und genau das mache ich jetzt erstmal! Los geht es!

Die heutige Folge heißt «Einfach mal machen – oder doch lieber planen.» Ich möchte mit Dir darüber reden, wie ich und Du, wie wir, unsere Ideen genau in die Tat umsetzen(, wenn wir sie denn umsetzen ..).

Kennst Du das auch? Du sprudelst über vor Ideen – so geht es mir jedenfalls – und Du fragst Dich, soll ich das jetzt einfach mal machen, meinem Gefühl folgen und das mal (eben schnell) ausprobieren? Oder plane ich lieber vorab genau, was ich vorhabe: lege mir eine Strategie zurecht; checke das Budget genau; schätze die Zeit, die ich gesamt in etwa brauchen werde; überlege, wer mir helfen kann und wie ich dann am Ende die bestmögliche Lösung finde, um meine Idee der Öffentlichkeit zu präsentieren, sie zu veröffentlichen. Und ich wäge ab, ob sich die Idee für mich lohnt, ob sie wirklich gut genug ist.

Ich erzähle Dir heute ein Geheimnis, vielleicht eines der größten Geheimnisse der Kreativität überhaupt! Okay, das klingt jetzt etwas sehr reißerisch, ich gebe es zu. Aber die Sache mit der Kreativität umgibt immer auch ein Geheimnis, Kreativität ist nämlich ein bisschen wie zaubern. Man weiß nicht genau: Wie funktioniert sie? Wie wird sie ausgelöst? In welcher Form tritt sie auf? Wie steuere ich sie? Wie erhalte ich sie möglichst lange aufrecht?

Und jeder Kreative geht anders mit ihr um und kann sie so länger oder kürzer an sich binden.

Wenn ich kreativ arbeite und zum Beispiel ein neues Acrylbild male, habe ich selten eine Vorstellung, was dabei am Ende konkret herauskommt. Selten sehe ich das Bild vorher im Kopf fertig vor mir. Meistens fühle ich eher ein Motiv als das ich es mir konkret in Form und Farbe vorstellen könnte. Ich lasse mich im Arbeitsprozess eher treiben und überrasche mich schließlich meistens selbst mit dem Ergebnis. Ich mache auch selten Skizzen vorher, sondern male einfach drauf los. Picasso sagte: «Ich fange mit einer bestimmten Absicht an und dann wird etwas ganz anderes daraus.» Das kenne ich sehr gut – und damit möchte ich mich keinesfalls mit Picasso vergleichen (lach)!

Tja, und wieder andere Kreativtypen, also Kreativschaffende, sind planvoller, nachdenklicher –  und sie haben ein sehr konkretes Bild vorab vom Ergebnis vor Augen, das sie erreichen wollen. Sie setzen sich vielleicht vorab länger mit der Idee und dem zu bearbeitenden Thema auseinander. Vielleicht recherchieren sie dazu, schauen sich Beispiele an, lesen, hören oder schauen dazu Informationen, machen sich Notizen, Skizzen oder erstellen eine Mindmap. Erst dann wird die eigene Kreativität bei ihnen in Gang gesetzt. So ist es auch bei dem heutigen O-Ton der Illustratorin, Bildwissenschaftlerin und Designerin Juliane Wenzl aus Leipzig. Sie beschreibt in den kommenden zwei Minuten, wie es bei ihr anfängt zu fließen:

Einspieler O-Ton «Juliane Wenzl» (1:53 min)

Juliane sagt ja am Schluss ihres Statements ganz schön, dass ihre Kreativität erst fließen kann, wenn sie sich in das jeweilige Sujet eingedacht, mit ihm vertraut gemacht hat – und dass der kreative Flow dann auch immer weiter durch Infos oder Inputs von außen gefüttert oder befeuert werden will. Das kreative Feuer will geschürt werden. Man sollte quasi immer genug Brennmaterial bereit halten, damit es nicht ausgeht.

In meinem Buch «Kopf frei für den kreativen Flow» ist «Einfach mal machen» das Kreativrezept Nummer 1 – und das nicht ohne Grund. Ich glaube, eines der größten Geheimnisse beim Kreativsein lautet (Jetzt kommt´s!): Du solltest Deine Ideen versuchen, einfach schnellstmöglich Realität werden zu lassen (vielleicht auch, bevor es ein anderer tut). Es gibt da noch so ein Zitat von Goran Kikic, vielleicht kennst Du es, es ist vielleicht auch schon etwas abgegriffen: «Alle sagten: Es geht nicht. Da kam einer, der das nicht wusste und tat es einfach.» Und was steckt hinter dieser Aussage? Es klingt so simpel mit dem «Einfach machen», aber es kann eben eines der schwierigsten Dinge überhaupt sein! Und es gehört Mut dazu. Mut, den viele nicht haben. Und es gehört Kraft und Energie dazu, welche andere nicht aufbringen wollen oder können (die, die sagen: «Es geht nicht.»). Und es gehört eine kleine Portion Naivität dazu, es vielleicht einfach vorher nicht einschätzen zu wollen, was alles an Aufwand damit verbunden ist. Oder eben die Tatsache, dass der Tatendrang einfach größer ist als die Angst vor dem Versagen.

Es klingt so simpel: «Einfach machen!», aber frag mal die Kreativschaffenden, die Angst vor dem weißen Blatt haben oder nicht gut neue Dinge anfangen können (zu denen gehöre ich auch manchmal, aber ich kenne inzwischen ein paar Tricks, diese Anfangsblockaden zu umgehen). Es bedeutet ja auch, dass man bereit sein muss, seine Komfortzone zu verlassen und ein Risiko einzugehen. Es gibt den Spruch: «Der beste Weg, um etwas fertig zu bekommen, ist es anzufangen». Manchmal kann dieser Anfang aber schwer sein. Denn Du hast Angst, gleich mit dem ersten Schritt in die praktische Arbeit etwas falsch zu machen. Zur Beruhigung und Entkräftung dieser Annahme, die bei Dir wahrscheinlich aus zu hoher Erwartung an Dich selbst entsteht, kann ich Dir sagen: Wer ist schon so genial, mit dem ersten Strich, den ersten Gedanken «druckreife» Ideen zu produzieren? Fast niemand! Ein anderes, englisches Sprichwort besagt: «Wie isst man einen Elefanten? Bissen für Bissen ...». Das bedeutet nichts weiter als: «Hab keine Angst vor einer überdimensional wirkenden Aufgabe! Versuche, sie Schritt für Schritt zu lösen. Beginne mit Schritt 1, dann Schritt 2 etc.»

Wie kann das Anfangen also konkret aussehen? Das kommt ganz auf Dein kreatives Projekt an! Du kannst mit einem Brainwriting anfangen, dir eine Liste schreiben, Du kannst Deine Ideen aufzeichnen oder ohne Skizze vorab direkt mit der Aufgabe starten und Dich an ihre Umsetzung machen, so wie ich das oft tue, wenn ich Bilder male (keine Illustrationen, keine Auftragsarbeiten, sondern freie Arbeiten).

So entsteht ein erster Entwurf, den Du analysieren und anschließend verbessern kannst. Noch ein kleiner Tipp: Lass das Gemachte dann ruhig erst einmal ein paar Stunden oder einen Tag liegen, bevor Du mit etwas zeitlichem Abstand noch einmal daraufschaust. Du wirst mit ein bisschen Abstand positiv überrascht sein, was Du schon an Output generiert hast und darauf kannst Du dann locker weiter aufbauen!

Wenn Du eher nachdenklich und nicht spontan arbeitend bist, wirst Du wahrscheinlich eher dazu tendieren, Dir vor der praktischen Kreativarbeit einen Plan zu machen, anstatt Dich sofort kopflos in die Arbeit zu stürzen. Dir ist es wichtig, vorab darüber nachzudenken, wie Dein neues Projekt aussehen könnte. Du definierst ein Ziel, dass Dir sinnvoll erscheint und Deine Zeit und Arbeit auch wert ist. Auf dieses Projekt arbeitest du dann mit einem Plan gezielt hin. Richtig? Planen ist nichts Schlechtes. Es ist einfach der gegensätzliche Weg zum spontanen «aus-sich-heraus-schöpfen» und dem intuitiven Arbeiten.

Wenn Du Dein Kreativprojekt vorab planen willst, mach das. Du musst Dich wohlfühlen mit Deiner Arbeitsweise. Es wäre nur wichtig, dass Du nach der ganzen theoretischen Vorarbeit auch ins praktische Arbeiten kommst. Für das Planen stehen Dir eine Menge Tools zur Verfügung. Du kannst Dir über verschiedene Methoden ein großes Projekt klarer strukturieren und in Meilensteine (kleine Zwischenziele) aufteilen und so einen zeitlichen Ablauf festlegen. Schriftlich fixierte oder bildhafte Darstellungen sind weitere Möglichkeiten, dir deine Zeit einzuteilen und deine Projekte zu planen – und somit das große Ganze sichtbar zu machen. Je nachdem was Dir mehr liegt, notierst Du alle Stufen Deines Projektes in einer Matrix z. B. in einer Projekt-Ablauf-Tabelle, einer geschriebenen Mindmap, einer To-do-Liste oder einem kalendarisch geführten «Bullet Journal®». Und bist Du eher der bildhafte Typ, kannst du dein Projekt mit einer Mindmap oder einem Moodboard, das nur aus Bildern besteht, visualisieren oder Dir ein Visionboard (= Visionen-Pinnwand) anlegen. Online und virtuell geht das natürlich auch: Pinterest® und Gimmebar® eignen sich hervorragend, um deine Inspirationen auf digitale Pinnwände zu bringen. Auch ein guter Taschen- oder Onlinekalender kann Dir helfen, Dein Projekt zu strukturieren. Der New Yorker Produktdesigner Ryder Carroll hat für sich und später für viele Millionen Menschen das «Bullet Journal®» entwickelt. Carroll suchte eine persönliche Möglichkeit, sich trotz diagnostiziertem ADHS besser auf seine täglichen Aktivitäten fokussieren zu können. Und mit dem Bullet Journal hat er quasi eine neue Zeitplanungsmethode erfunden, sich diese patentieren lassen und eine sehr erfolgreiche Geschäftsidee daraus entwickelt! Bulletjournaling ist ja seit ein paar Jahren zu einem richtigen Trend geworden. Vorausgesetzt Du hast Dich für die Methode entschieden, kannst Du In Deinem analogen Kalender (=Journal) Deine Jahres-, Monats-, Wochen- und Tagesziele festlegen. Du kannst Deine Zeit und all Deine Aktivitäten genau erfassen, planen und analysieren. Es hilft Dir dabei, Dich besser zu strukturieren sowie das bereits Erlebte festzuhalten (ähnlich wie in einem Tagebuch) und darüber im Nachhinein auch zu reflektieren. Und auch das ist ein Lern- und damit Weiterentwicklungsprozess, der Dir helfen wird, besser zu werden und Deine kreativen Leistungen zu pushen.

Ich finde beide Wege, Einfach machen oder erstmal planen und dann machen, gut und sinnvoll. Abhängig davon, was ich vorhabe, wechsle ich die Wege. Vor allem, wenn ich komplexere Kreativprojekte realisieren möchte, brauche ich einen Plan! Denn sonst erscheint mir mein Vorhaben zu groß und es flößt mir gehörig Respekt oder gar Angst ein und das wäre ein Umsetzungskiller (wieder ein zusammengesetztes Wort, dass ich soeben erfunden habe!).

Apropos «Einfach mal machen und schauen, was am Ende bei rauskommt»: So ist meine neue Rubrik entstanden, die ich Dir heute vorstellen werde! Verrückt ;-) Der Podcast ist das beste Beispiel dafür, wie mein eigener kreativer Flow funktioniert ...

Also, ich hatte eigentlich die Idee mit meiner Freundin Anne (, ebenfalls Kreativschaffende), mit der ich auch gern im Harz wandern gehe, einen kleinen Spaziergang kurz vor Heiligabend zu machen, und dabei ein bisschen zu quatschen und mein neues Aufnahmegerät zu testen. Also haben wir uns zwischen Geschenke-einkaufen und Ausstellung-abbauen getroffen. Leider hat es dann an dem besagten Tag die ganze Zeit in Strömen geregnet. Und wir hatten nicht mal einen Schirm dabei. Also war das Spaziergangs-Interview sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Nichtsdestotrotz wollten wir weder das Treffen absagen noch nach Hause ins Trockene. Und während wir durch den Regen liefen (ich hatte auch noch eine dicke Felljacke an und sah aus wie ein nasser Labrador) hab ich Anne von meinem neuen Podcast-Projekt erzählt und dann  hatten wir beide zusammen die Idee für eine neue Podcast-Rubrik! Warum sich nicht für einen Kaffee in ein Restaurant oder Café setzen und das Aufnahmegerät laufen lassen? Das könnte doch eine schnuckelige, kleine Rubrik werden, nicht so lang wie ein ganzes Skype-Interview, aber auch nicht so kurz wie ein eingesprochener O-Ton via Speakpipe.Tja, gesagt getan. Und hier kommt es jetzt «15 Minuten auf einen Kaffee mit»

Einspieler «15 Minuten auf einen Kaffee mit Anne Kliche» (ca. 15 min)

Mit diesem kleinen Cafégespräch beende ich die heutige Folge. Aber eine Sache gäbe es da noch! Hast Du vielleicht Lust auf eine kleine Hausaufgabe? Wenn ja, hör mir kurz zu, ich stell sie Dir vor:

Hausaufgabe: Fang einfach an und schnapp Dir eine Idee (neu oder alt) und gib dem ganzen eine Überschrift, einen Projekttitel. Den schreibst Du ganz groß auf eine neue Seite Deines Skizzenbuches oder auf ein weißes Blatt Papier oder in ein neues Dokument. Der Titel Deines kreativen Projektes kann Dir als Überschrift für Deine zukünftige Arbeit schon eine Menge Inhalt vorgeben. Er kann Dich inspirieren,  Dir ein Gefühl für die Sache vermitteln, Deine Kreativität anregen. Und durch die Verschriftlichung und das Aussprechen des Titels (das klingt banal, ist aber nicht zu unterschätzen) wird es schon ein bisschen Realität. Der erste Schritt ist getan, die erste Entscheidung getroffen. Also nochmal die Arbeitsanweisung: Fang einfach an und schnapp Dir eine Idee (neu oder alt) und gib ihr eine Überschrift, einen Projekttitel. Den schreibst Du ganz groß auf eine neue Seite Deines Skizzenbuches oder auf ein weißes Blatt Papier oder in ein neues Dokument. Der Anfang ist gemacht ....

Einspieler Feedback von Marc Domin zu Folge 4: «Die Irgenwannfalle»  (ca. 1:40 min)

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Ich freue mich auf Deine Rückmeldungen, Kritik und Motivation und sage tschüss bis in zwei Wochen,

 

Deine Roberta Bergmann «Und bis dahin: Wenn es unerwartet regnet, dann habe keine schlechte Laune, sondern nutze es positiv für Dich und lass Dir eine neue kreative Idee daraus erwachsen!»