Podcast-Folge 2: Wer bist Du, wenn Du kreativ bist

Shownotes Folge 2:

 

Kathy van Meegen, freie Designerin

Juli Gudehus Webseite
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Transkript

 

Herzlichen Willkommen zu «Der kreative Flow – Ein Podcast für Kreativschaffende». Mein Name ist Roberta Bergmann und ich bin freiberufliche Künstlerin, Autorin und Gestalterin. Ich möchte Dir mit diesem Podcast Wege aufzeigen, wie Du Deine kreativen Ideen ausbauen und Dein kreatives Ich pushen kannst. Raus aus der Komfortzone, ohne dass es ungemütlich wird. Ich möchte, dass Du durch den Podcast herausfindest, was Du im Leben und mit Deiner Kreativität noch machen möchtest, was Du noch erreichen kannst, wenn Du in den kreativen Flow gerätst.

Die zweite Folge heißt «Wer bist Du, wenn Du kreativ bist?» und um genau diese Frage wird es heute für Dich gehen und am Ende gebe ich Dir einen Tipp, wie Du mir Deine Meinung ganz direkt mitteilen kannst und damit vielleicht Teil meines Podcasts wirst, wenn Du magst  ... Jetzt legen wir aber erstmal los:

Wer bin ich, wenn ich kreativ bin? – Hast Du Dich das schonmal gefragt? Wahrscheinlich eher nicht. Als ich letztes Jahr mein Sachbuch zum «kreativen Flow» geschrieben habe, wollte ich mich mit dieser Frage beschäftigen. Es ließ sich für mein Buchkonzept auch gar nicht umgehen, denn ich wollte die Mechanismen des Arbeitens von Kreativschaffenden näher beleuchten. Also wann verhält sich wer wie und warum: Wann kommt man in den Flow? Was benötigt man dazu? Wann klappt es nicht und warum und was hat das vielleicht mit dem eigenen Ich, dem Charakter, den inneren Einstellungen zu tun?

Durch meine Erfahrung mit anderen Kreativen, sei es noch aus dem Studium, später dann aus der Lehre und aus der  täglichen freiberuflichen Arbeit in der Ateliergemeinschaft weiß ich, dass eben alle etwas anders ticken, individuell sind, und es eben viele verschiedene «Kreativtypen» unter den Kreativschaffenden gibt. Ich weiß gar nicht, ob es das Wort «Kreativtypen» wirklich gibt. Na, ich hab es mir jedenfalls selbst ausgedacht und nirgendwo abgeschrieben. Ich meine mit «Kreativtypen» tatsächlich Gruppen von Kreativen, die sich charakterlich und charakteristisch voneinander unterscheiden, indem WIE sie kreativ arbeiten. Die vier Typen, die ich herausgearbeitet habe, sind logischerweise sehr konträr und gegensätzlich beschrieben. Und natürlich sind es Role-Models, also eher Idealtypen, keine tatsächlich existierenden 1 zu 1-Charaktere, das geht ja auch gar nicht. Dafür sind wir alle viel zu verschieden! Aber erstmal an dieser Stelle genug von den Kreativtypen. Vielleicht komme ich da später nochmal drauf zurück. Wen das näher interessiert, dem sei mein Sachbuch «Kopf frei für den kreativen Flow» empfohlen (ich verlinke das in den Shownotes). Ich hab jetzt erst einmal ein ganz konkretes Beispiel für Dich. Gleich stellt sich Dir meine ehemalige Studentin Kathy von Meegen vor. Wir kennen uns jetzt inzwischen schon seit 10 Jahren. Und sie ist längst nicht mehr an der Uni, sondern hat einen Bachelor und einen Master als freiberufliche Gestalterin und Kunstwissenschaftlerin. Ich lasse Sie jetzt erst einmal sprechen, wie es sich bei Ihr mit dem kreativen Arbeiten verhält: Einspieler O-Ton «Kathy van Meegen» (2.30 min)

Kathy beschreibt hier in diesem kurzen Einspieler, dass sie zwei Rollen hat, die sie einnimmt, wenn sie kreativ ist. Einmal das lockere, entspannte kreative Arbeiten am Zeichentisch, wo sie intuitiv arbeitet und wo Musik z. B. unterstützend wirken kann und ich nenne es jetzt mal «das kreative Chaos» um sie herum nicht stört. Und dann die zweite Rolle als «Planerin», wo kreativ gedacht und überlegt wird und wo jede Form von zusätzlichem Input wie Musik oder Ablenkung wie ein unordentlicher Schreibtisch Gift für das kreative Arbeiten wären. Das ist schonmal eine tolle Erkenntnis und eine eigene Beobachtung, die Du auch mal selbst ausprobieren kannst (vorausgesetzt Du hast darüber noch nie nachgedacht). Wie handhabst Du das? Frag Dich vielleicht mal: Was lenkt mich vom kreativen Arbeiten ab? Was hält mich davon ab in den kreativen Flow zu kommen? Diese Störfaktoren solltest Du unbedingt abstellen, um effektiver und effizienter im Arbeitsprozess zu werden. Und frag Dich: Was hilft mir, um in einen Kreativrausch, in den Flow, zu geraten? Welche unterstützenden Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein? Versuche diese Voraussetzungen für Dich und Dein eigenes Wohlgefühl beim Arbeiten zu schaffen. Ich weiß, das klingt trivial, also einfach. Aber mal ehrlich, WANN macht man sich denn um so etwas BEWUSST Gedanken und leitet davon bewusst eine Handlungsänderung ab? Meistens ist man doch so im Alltags- und Arbeitstrott, dass man eben NICHT darüber nachdenkt, WIE man arbeitet und WIE man ggf. BESSER arbeiten KÖNNTE.

Kathy sagt weiter, dass sie Zeitdruck braucht, um dranzubleiben und irgendwann auch ein Ergebnis zu haben.

Auch das höre ich von vielen Kreativen und kenne es natürlich auch selbst, das Gefühl, dass ich jetzt Gas geben MUSS, dass ich mich nicht mehr ablenken KANN, weil einfach keine Zeit mehr dafür ist, weil die Zeit knapp wird. Zeitdruck macht einen zumeist automatisch effektiver. Aber er stresst auch. So lang es positiver Stress ist, der Dich antreibt, finde ich das auch völlig okay.

Aber manchmal wird es einfach zu viel Druck und das Ganze wandelt sich in destruktiven, negativen Stress. Das solltest Du vermeiden, denn das ist auf Dauer ungesund. Vielleicht fragst Du Dich mal, ob Dir Zeitdruck und der damit verbundene Stress hilft! Und wenn ja, kannst Du es ja, wie Kathy machen, und Dir selbst eine Deadline verordnen, wenn es keinen Zeitdruck von Dritten gibt.

Ich selbst mag diesen Zeitdruck nicht so gern. Ich fange lieber früh an und bin lieber «zu früh» fertig, als dass ich am Ende des Projekts in Stress gerate und Nachtschichten einlegen muss oder ein doppelt so hohes Arbeitspensum schaffen muss als normalerweise. Ich habe für mich entschieden, dass ich so nicht arbeiten möchte, weil es für mich ungesund ist. Daher bin ich eher der planende Kreativtyp.

Und dann noch der letzte Punkt, den Kathy anspricht. Den finde ich sogar fast am Interessantesten. Denn er bietet die Chance, sich selbst zu pushen und den inneren Schweinehund auszutricksen. Sie spricht davon, dass der Montag für sie so einen «Neustart»- oder «Reset»-Moment hat und sie deshalb gefühlt montags EINFACHER (ohne Druck, ohne Qual) kreativ starten kann, weil alles «frisch» und «energievoller» scheint. Kennst Du diese Momente auch? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, – und das ist eben auch wieder eine Typfrage–, ich kann am besten mit noch leerem Kopf MORGENS arbeiten. Vielleicht so, als wäre jeder Tag ein Montag. Meine kreative Kurve, die auch gleichzeitig meine Effizienzkurve ist, zeigt einfach vormittags von 9–12 Uhr den höchsten Ausschlag. Je länger ich kreativ arbeite, desto langsamer werde ich auch (also desto uneffizienter wird das Ganze). Hier greift vielleicht das Pareto-Prinzip, also die 80/20-Regel. Ich schaffe ungefähr 80% der Arbeit in den ersten 20% meines Arbeitstages, während ich nur noch 20% in den 80% des restlichen Arbeitstages leisten kann. Das Verhältnis kann auch 70/30 oder 60/40 sein, klar ausgerechnet hab ich das jetzt nicht. Aber so vom Prinzip her, kommt das schon hin. Und klar, kann ich mich zwingen, länger dran zu bleiben. Ich dope mich z.B. ja auch jeden Nachmittag mit einem dreifachen Cappuccino (den einzigen Kaffee, den ich übrigens am Tag trinke, morgens gibt es Tee). Dann schnellt die Kurve nochmal hoch und ich arbeite zwischen 14.30–17.30 Uhr noch einmal richtig gut weiter, aber bereits ab 17 Uhr wird es schwerer und ich werde irgendwie gefühlt langsamer und unkonzentrierter. Alles in allem bin ich also eigentlich nur maximal 6 Stunden pro Tag effektiv kreativ und die Flow-Phasen spielen sich zu 90% in den genannten Zeitfenstern bei mir ab. Wie ist das bei Dir? Hast Du schon analysiert, in welchen Tagesphasen Du besonders gut kreativ arbeiten kannst? Vielleicht kannst Du das nutzen, wenn Du frei über Deinen Tag entscheiden kannst. Denn so lässt sich auch Zeit sparen. Ein effektiver 6-Stunden-Tag bringt mehr als ein ineffektiver 9-Stunden-Tag, bei dem man eben circa 3 Stunden davon durchhängt und sich quält. Mein Ziel ist es, nicht mehr als 6 Stunden pro Tag zu arbeiten. Und das erreiche ich auch in meiner Selbständigkeit des öfteren.

Und was Kathy auch noch in Ihrem letzten Satz sagt, ist, dass man positive Gründe FÜR das kreative Arbeiten suchen sollte, anstatt negative Gründe GEGEN das kreative Arbeiten zu suchen. Das ist ein entscheidender Unterschied. Es ist Deine Grundeinstellung und die sollte positiv sein. Klar gibt es auch Momente, wo man negative Energien und Erlebnisse nutzen sollte, um sie in kreatives Schaffen umzuwandeln. Davon erzähle ich Dir ein anderes Mal und es sollte m.E. auch nicht die Regel sein. Vielleicht überlegst Du einfach mal wie es sein könnte, Deinen «State of Mind»  bzgl. Deiner Kreativarbeit positiv zu formulieren. Also z. B. hast Du gerade Deine Mittagspause hinter Dir und bist eigentlich etwas müde und hast keine Lust wieder an Deinen Arbeitsplatz zu gehen. Statt Dir jetzt genau das zu sagen («Ich hab keine Lust, jetzt wieder zu arbeiten, ich würde viel lieber weiter hier draußen an der frischen Luft sitzen bleiben und noch einen Kaffee trinken.»), motiviere Dich selbst und Sie es positiv, ändere Deinen «State of Mind», indem Du Dir sagst: «Die frische Luft und die Mittagspause haben echt gut getan. Jetzt hab ich wieder genug Energie, um die nächsten 3 Stunden weiterzumachen. Ich freue mich auf die kreative Herausforderung und werde es unverkrampft und munter angehen.»

Zum Abschluss kommt hier noch ein O-Ton von der wunderbaren Gestalterin Juli Gudehus. Sie spricht vor allem darüber, wie privilegiert sie ist, dass sie die Freiheit hat, sich ihre Projekte und Sparringspartner aussuchen zu können:

Einspieler O-Ton «Juli Gudehus» (1:34 min)

Was ich an Julis Antwort so toll finde, ist die Idee, dass wir alle Freude an unserer Arbeit haben sollten, denn nur so kann man auch etwas authentisch transportieren.

Ich habe auch gelernt, dass Kreativprojekte, Bücher, Bilder, Produkte – egal was ich kreativ erschaffe, am besten funktioniert und angenommen wird, wenn ich selbst voll und ganz dahinter stehe. Wenn man meiner Arbeit den Spaß und die Leidenschaft ansieht, die ich dabei hatte, als ich es erschaffen habe. Und so ist es auch authentisch und so werde ich auch immer voll dahinter stehen und keiner kann mich da wirklich verunsichern oder von der Idee abbringen. Weißt Du, was ich meine? Ich wünsche mir, dass Du Dir das Statement von Juli insofern zu Herzen nimmst, dass Du mal hinterfragst, warum Du das machst, was Du da kreativ machst? Und ob es das ist, womit Du Deine wertvolle Zeit, das einzige Leben, was Du ja hast, verbringen möchtest (und sorry, wenn das pathetisch klingt, ich meine das nicht pathetisch, es ist ja die Wahrheit, soweit ich das sehen kann, außer natürlich Du bist Buddhist und glaubst, es kommen noch ne Menge Leben, wo Du Deine Ideen auch noch umsetzen kannst ...). Denn wenn die Antwort auf diese Frage nicht sofort mit einem «Ja, klar. Genau damit will ich meine Zeit verbringen bis ich alt und grau bin.», dann ist das kein Drama, im Gegenteil. Aber dann solltest Du unbedingt weiter denken und überlegen, was es denn sein könnte, womit Du Deine Zeit wirklich verbringen willst. Womit Du Dich glücklich und zufrieden fühlen würdest.

Das war es auch schon wieder fast mit der zweiten Folge zu «Wer bist Du, wenn Du kreativ bist?».

Doch etwas wollte ich noch loswerden:

Wie Du heute bereits gemerkt hast, möchte ich in meinem Podcast unbedingt auch andere zu Wort kommen lassen, denn ich bin weiß Gott nicht allwissend und wir befinden uns hier sowieso auf einem sehr, naja sagen wir mal, subjektiven Feld. Ich glaube, je mehr unterschiedliche Meinungen und Perspektiven und damit auch Erfahrungen von anderen Du hier hörst, umso mehr wirst Du aus diesem Podcast mitnehmen können und umso mehr, wird er für Dich einen Mehrwert haben. Und ich möchte ja, dass Du Dein kreatives Ich entdeckst und Dich mit meiner Minimini-Hilfe persönlich und kreativ bestmöglich entfalten kannst. Also wird es neben tollen kreativen Interview-Gästen auch die Möglichkeit geben, dass Du selbst am Podcast partizipierst. Ja, Du hast richtig gehört. Es soll öfter O-Töne der Hörerinnen und Hörer geben. Und da kommst Du jetzt auch schon ins Spiel, Achtung Überfall!!!: Hättest Du Lust, mir ein kurzes Statement für eine der nächsten Folgen des Podcastes zu geben? Z.B. Dein Statement zum kreativen Arbeiten undwie Du am besten in den kreativen Flow kommst oder Du stellst mir eine Frage, die Dir auf der Seele brennt. Vielleicht hat die heutige Folge ja schon etwas in Dir ausgelöst? Oder Du willst speziell etwas von mir wissen? Wenn Du Lust hast und Dich traust mitzumachen, dann habe ich einen Link für Dich eingerichtet, der es Dir sehr einfach macht, teilzunehmen. Du musst einfach nur den Link anklicken (mit dem Handy oder mit Deinem Rechner, wo Du gerade diesen Podcast hörst). Dann gelangst Du zu einer Aufnahmeseite von «Speakpipe», die ich eingerichtet habe, wo Du direkt mit einem Knopfdruck Dein Statement einsprechen kannst, wie eine Voicemail oder ein Memo. Die Dauer ist auf 3 Minuten beschränkt. Du kannst auch weniger als 3 Minuten sprechen, indem Du die Aufnahme früher stoppst. Anschließend kannst Du es Dir anhören, löschen und neu aufnehmen oder wenn es gut geworden ist, an mich absenden. Ich bekomme davon anschließend automatisch ein MP3 Deiner Aufnahme und kann dieses dann in den Podcast schneiden. Der Link heißt: www.speakpipe.com/derkreativeflow, aber das musst Du Dir nicht aufschreiben, denn es steht unten in den Shownotes.

Du kannst mir auch einfach eine Sprachnachricht als MP3 mailen, wenn das einfacher für Dich ist!

Solltest Du in meiner Facebookgruppe sein, dann findest Du auch hier den Link!

Die Facebookgruppe heißt auch «derkreativeflow».

Noch eine Sache zu Deinem O-Ton, bevor Du startest: Bitte stell Dich als Erstes in der Aufnahme kurz mit Namen vor (dann muss ich das nicht mehr einsprechen), also in etwa so: «Hallo, ich bin Roberta oder Hallo, ich bin Roberta Bergmann aus Braunschweig. Mich findet Ihr unter www.robertabergmann.de. Ich wollte wissen/erzählen,  ...»

Das war auch schon alles!

Wenn Dir der Podcast gefällt, dann bitte hinterlass mir eine kurze Bewertung und gern auch ein paar Sterne bei itunes. Denn nur so kann der Podcast gefunden werden. Und ich bin ganz ehrlich, Bewertungen und Sterne motivieren mich natürlich auch, weiterzumachen, denn nur so erfahre ich, dass es überhaupt jemanden interessiert,

es Zuhörer wie Dich gibt!

Und erzähle es weiter! Teile den Podcast über Social Media. Auch das würde mich sehr glücklich machen.

Ich freue mich auf Deine Rückmeldungen, Kritik und Motivation und sage tschüss bis in zwei Wochen,

 

Deine Roberta Bergmann «Und bis dahin: Ob verträumt, zielstrebig, chaotisch, pragmatisch, virtuos oder künstlerisch, Hauptsache Du kommst in den Flow!»